Gefördert durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

ID55 goes digital

Anders alt werden mit neuer Technik

ID55 macht Mitglieder fit für die Kommunikationswege der Zukunft – In Kooperation mit dem Journalistenzentrum Herne – Gefördert von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW

Nicht nur Impfen macht Ältere immun gegen Corona, auch die Digitalisierung kann dabei helfen, in Krisenzeiten den Kontakt untereinander nicht abreißen zu lassen. Im 10. Jahr seines Bestehens gibt sich der Verein ID55 – anders alt werden deshalb das Motto „ID55 goes digital“. Gefördert von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und in Zusammenarbeit mit dem Journalistenzentrum Herne lädt der Verein seine Mitglieder ab Oktober ein, die Chancen der neuen Kommunikationstechniken für das Miteinander im Alter kennenzulernen und zu nutzen.

Es hat nicht viel gefehlt, und die Corona-Pandemie hätte das aktive Miteinander des Vereins ID55 komplett zum Erliegen gebracht. Der kreative Kontakt zu den rund 150 Mitgliedern – die Lebensader des Vereins – drohte abzureißen. In der Not lud der Vorstand, unterstützt durch IT-kundige Mitglieder, im Herbst 2021 zu ersten Treffen am Bildschirm ein. Anfangs wählten sich eine Handvoll Aktiver über Zoom in das Meeting ein. Rasch wuchs die Zahl auf bis zu 54 Teilnehmende, ID55 lud wieder Referenten ein, veranstaltete eine Lesung der ID55-Schreibwerkstatt und feierte sogar zusammen Weihnachten.

Digitalisierung in den Verein integrieren
Die guten Erfahrungen machten dem Vorstand Mut, das Konzept „ID55 goes digital“ bei der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW einzureichen, um das zarte Pflänzchen der Digitalisierung zu stärken und für die Zukunft in das Vereinsleben zu integrieren. Das Projekt wurde im Frühjahr in das Förderprogramm „Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“ aufgenommen. Nach den Sommerferien nimmt es nun Fahrt auf.

„Genial digital“ für Einsteiger
Ende Oktober beginnt unter der Überschrift „Genial digital“ das Journalistenzentrum Herne im Shamrock-Park mit dem ersten von drei ID55-Einsteigerkursen in digitaler Kommunikation. Später lernen Interessierte den Umgang mit Bewegtbild („Wie die Bilder laufen lernen“) und Podcasts („Was auf die Ohren“). Zum Abschluss werden „ID55-Technikengel“ geschult, damit möglichst vielen Mitgliedern der Zugang zu den Angeboten gelingt. Ein „Train the Trainer“-Angebot sichert zum Abschluss im Frühjahr 2022 den nachhaltigen Wissenstransfer in den Verein, wenn das eigentliche Projekt abgeschlossen ist. Für ID55-Mitglieder sind die Seminare im Shamrock-Park kostenlos.

Für Mitglieder kostenlos
Parallel dazu erhält der Verein die Möglichkeit, eine neue Internetseite zu erstellen und passende Hardware für Podcasts und Streaming anzuschaffen, um nach den ersten Schulungen mit der Umsetzung des Projekts zu beginnen. Bei der Auftragsvergabe für Schulung, Beratung, Anschaffung und technische Umsetzung wurden Anbieter aus Herne und Wanne-Eickel bevorzugt. 

Statements zum Projekt

Das beste Geburtstagsgeschenk

„Mit dem Projekt „ID55 goes digital“ hat die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW unserem Verein anlässlich des zehnjährigen Bestehens das beste Geburtstagsgeschenk gemacht. Wir sind stolz und froh, das Journalistenzentrum Herne mit seinen tollen Referenten und der jahrzehntelangen Erfahrung in der Erwachsenenbildung als Kooperationspartner gewonnen zu haben. Wir sind uns einig: Anders alt zu werden ist ohne Beschäftigung mit den Chancen der Digitalisierung nicht denkbar.

Gemeinsam möchten wir möglichst viele Menschen in den besten Jahren neugierig und fit machen für das, was kommt und möglich ist. Wer sich dem Wandel verschließt, wird über kurz oder lang den Kontakt verlieren. Selbstverständlich bleiben die persönlichen Begegnungen – sei es bei unseren Mittwochsversammlungen oder in den vielen Interessengruppen – der Markenkern unseres Vereins. In der Corona-Zeit haben wir jedoch schmerzlich erfahren, was es für uns heißt, uns nicht treffen zu dürfen. Das soll nicht wieder vorkommen.

Durch den Aufbau von Streaming- und Podcast-Angeboten, die wir ins Netz stellen werden, wollen wir die Teilhabe am ID55-Miteinander auch dann ermöglichen, wenn unsere Mitglieder unsere Zusammenkünfte nicht persönlich besuchen können. Sei es, weil das Wetter zu schlecht ist, weil sie in der Bewegung eingeschränkt sind oder im Urlaub sind. Über Smartphone, Tablet oder Computer werden sie trotzdem dabei sein und mittun können – ob live zugeschaltet, beim Anschauen auf unserer Webseite oder im YouTube-Kanal. Wir werden uns trotzdem sehen. Deshalb: Auf in die Zukunft, das Beste kommt noch!
Susanne Schübel, ID55-Gründerin und 1. Vorsitzende

Zurück zu den Wurzeln


Für mich schließt sich mit dem Projekt „ID55 goes digital“ ein Kreis: Vor 40 Jahren begann nach dem Mathematikstudium mein Einstieg in die EDV-Arbeitswelt bei der Bergbau AG Lippe, hier auf dem Gelände. In den frühen 1990er Jahren wurde ich zur Internet-Pionierin. Ich bekam die Chance, mich in dieses neue Medium zu stürzen und die Möglichkeiten des World Wide Web für Unternehmen zu sondieren. Ab 1996 leitete ich dann bei der RAG Informatik GmbH in Gelsenkirchen die Internet-Abteilung. Ich war sowohl für Entwicklungen und die gesamte Technik im Internetumfeld verantwortlich. Als sich der Bergbau von diesen Aufgaben trennte, hießen meine Arbeitgeber zunächst Siemens, dann Atos. Dort war ich bis zum Ende meines Arbeitslebens im Stab des Entwicklungsbereichs beschäftigt - sowohl als interne Auditorin als auch bereichsübergreifend als Qualitätsmanagerin in großen Netzwerkprojekten.

Seit 2019 bin ich Beisitzerin im ID55-Vorstand. Als wir im Herbst 2020 erfuhren, dass es die Möglichkeit einer finanziellen Förderung für die Digitalisierung durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gibt, hat mich der Vorstand gebeten, das Konzept zu erstellen. Besonders erwähnenswert finde ich, dass wir dabei und auch jetzt im Projekt-Lenkungskreis nur Frauen sind. Ich bin froh, dass ich in dieses Thema eingestiegen bin und meine beruflichen Erfahrungen einbringen kann, um in unserem Verein etwas Neues mit dem Projekt „ID55 goes digital“ aufzubauen. Ich lerne dabei ständig etwas dazu und werde vor neue Aufgaben gestellt. Die digitale Welt bietet so viele Chancen und Möglichkeiten gerade auch für die Generation jenseits des aktiven Berufslebens – man muss nur ein wenig offen sein.
Jutta Zacher, ID55-Vorstandsmitglied und Projektleitung

Kompetenz vor Ort

Wir freuen uns, dass wir mit ID55 unsere Erfahrung und das Wissen unserer Dozent:innen in unserem inzwischen digitalen Zeitalter teilen dürfen. Uns freut auch, dass ID55 aus Herne auf uns als die Neuen vor Ort zugekommen ist. Wir im Journalistenzentrum Herne verstehen uns als Kompetenzzentrum in Sachen verständlicher Kommunikation. Denn das Handwerk einer zielgenauen Unterhaltung beherrschen Journalist:innen. Das war in analogen Zeiten so - und das hat sich unter digitalen Vorzeichen nicht verändert. Im Laufe von Herbst und Winter werden wir zusammen erarbeiten, wie das Geburtstagsgeschenk zum Zehnjährigen des ID55 im Verein und seinen Untergruppen umgesetzt werden und für Herne nachhaltig wirken kann.
Werner Hinse
, Direktion Das Journalistenzentrum Herne

Digitale Teilhabe

Das digitale Weiterbildungs-Programm, das wir vom Journalistenzentrum Herne mit „ID55- anders alt werden e.V.“ vereinbart haben, wird die rund 150 Mitglieder künftig stärker digital am Vereinsleben in Herne teilhaben lassen. Wir haben Trainings bei uns im Journalistenzentrum im Shamrockpark zusammengestellt, die die kommunikativen Kompetenzen fördern. Neben dem zielgenauen Formulieren von Inhalten werden unsere Dozent:innen mit Gruppen aus dem Verein üben, wie diese Inhalte auch in Videos und Filme für Socialmedia-Kanäle oder die Homepage umgesetzt werden. Eine Gruppe wird künftig Podcasts zu Themen aus und über Herne erarbeiten. Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit jenseits unseres gewohnten Alltags.
Dr. Yasmin Schulten-Jaspers, Studienleitung Das Journalistenzentrum Herne

<<zurück