Umfrage: Senioren fühlen sich im Supermarkt allein gelassen
BAGSO und Verbraucherzentrale haben nachgefragt
Einkaufen kann für ältere Menschen zum Hürdenlauf werden, das hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) jetzte gemeinsam mit den Verbraucherzentralen heraus gefunden. Die gemeinsame Umfrage „Supermarkt – alles super?“ mit 3.326 Teilnehmern aus dem ersten Halbjahr 2007 zeigte: Supermärkte müssen seniorenfreundlicher werden. Mehr Personal, größere Preise, kein Umstellen von Waren - so lauteten die Wünsche der älteren Kunden.
Viele Senioren (61 %) fühlen sich im Supermarkt alleingelassen. Ihnen fehlt ausgebildetes und hilfsbereites Personal für einen problemlosen Einkauf. „Hier rächt sich, dass immer mehr Personal im Einzelhandel abgebaut oder durch Hilfskräfte ersetzt wird“, kommentiert Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg das Ergebnis.
Die zweitwichtigste Beschwerde bei den Befragten ist die fehlende Kundentoilette (55 %) vor den schwer zu lenkenden Einkaufswagen (52 %). Aber auch der fehlende Platz hinter der Kasse (48 %) oder die zu hoch gestapelten Waren im Regal (47 %) können den Einkauf für Senioren zur Tortur machen. Kaum weniger bemängelt wurden fehlende Sitzplätze (43 %) und die unleserlich kleine Preisauszeichnung (42 %). „Wer keine Rücksicht auf die Bedürfnisse der Senioren in der Gestaltung der Supermärkte nimmt, wird weniger erfolgreich sein, denn die Zahl der Senioren steigt stetig“, so Armin Valet.
Für die Supermärkte Aldi (25 %), Edeka (19 %) und Rewe (16 %) wurden am häufigsten eine „Beschwerdekarte“ ausgefüllt, was sicherlich auch auf deren hohen Marktanteile im deutschen Einzelhandel zurückzuführen ist. Auf die Frage, welches der seniorenfreundlichste Supermarkt ist, bekam Edeka (27 %) mit Abstand die meisten Stimmen. Vor allem wurde Edeka in Bezug auf den Personalschlüssel gegenüber den Konkurrenten von den Senioren am wenigsten kritisiert.
Die Teilnehmer wurden zudem nach Verbesserungsvorschlägen befragt. So fordert ein Großteil der Senioren, dass die Waren nicht so häufig umgestellt, seniorengerechtere, kleinere Packungsgrößen angeboten und die Wartezeiten durch personell besser besetzte Kassen verkürzt werden. „Die Hektik und der Zeitdruck beim Bezahlen und Einpacken an den Kassen – besonders bei Discountern – macht vielen Älteren zu schaffen“, sagt Dr. Guido Klumpp, Geschäftsführer der BAGSO, „und führt zu Stressmomenten beim Einkauf.“ Aus den Ergebnissen der Umfrage wird deutlich, dass die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren im Einzelhandel zu wenig Beachtung finden.
Forderungen von Verbraucherzentralen und BAGSO:
· Mehr fachkundiges und hilfsbereites Personal in den Supermärkten, das den
Kundinnen und Kunden beim Einkaufen behilflich ist
· bessere Besetzung der Kassen und die Einrichtung spezieller Kassen mit Einpackhilfen
· Kundentoiletten und Sitzplätze zum Ausruhen in jedem Supermarkt
· bessere Beschilderung der Warenbereiche und größere Schrift zur Kennzeichnung der Waren
· zusätzliche, kleinere Einkaufwagen.
„Von den Verbesserungen profitieren alle Verbraucherinnen und Verbraucher, denn was seniorenfreundlich ist, kommt auch allen anderen Generationen zugute“, resümiert Klumpp.
Den ausführlichen Bericht zu der Umfrage finden Sie im Internet unter www.fitimalter.de oder www.bagso-vf.de.
