Die Nacht der Bibliotheken ... einfach "mordsspannend"
Mordsmäßiger Andrang herrschte am Freitag, 26. Oktober, in fast allen der mehr als 200 Bibliotheken, die sich in ganz Nordhein-Westfalen an der "Nacht der Bibliotheken" beteiligten. Insgesamt lockte das abwechslungsreiche Programm mit seinen vielen hochkarätig besetzten Lesungen, Tatort-Inszenierungen und Krimi-Rallyes noch einmal deutlich mehr Besucher in die Öffentlichen, Wissenschaftlichen und Kirchlichen Bibliotheken als vor zwei Jahren bei der ersten "Nacht der Bibliotheken".
65.000 Buch- und Krimifreunde kamen
Rund 65.000 Buch- und Krimifans ließen sich unter dem Motto "Bibliotheken sind mordsspannend" oft bis nach Mitternacht gut unterhalten. Schirmherrin Christina Rau eröffnete die "Nacht" in der Stadtbücherei Bielefeld. Dabei hob sie zum einen die große Bedeutung der Bibliotheken für die Gesellschaft hervor und erinnerte sich andererseits daran, dass sie selbst schon als Kind immer gern in die Bielefelder Zentralbibliothek ging, um sich mit spannendem Lesestoff zu versorgen.
Macher "restlos zufrieden"
Und die Spitzenreiter der "Nacht", was die Besucherzahlen angeht? Erwähnt sei die Stadtbücherei Rheine. Dort hatte niemand in seinen kühnsten Träumen mit mehr als 3500 Besucher und mordsmäßigen 400 Neukunden gerechnet. In Oberhausen, wo gleichzeitig mit der "Nacht" das Stadtfest stattfand, kamen sogar noch mehr Menschen und die Stadtbücherei Münster zählte knapp über 2100 Besucher. Aber auch in den kleinen Bibliotheken - oft mit 40 Besuchern schon restlos ausverkauft - hatten die Besucher ihren Spaß an viel originellem Programm, mörderischer Deko, blutrotem Fingerfood. "Wir sind restlos zufrieden", zog Monika Rasche, Vorsitzende des Verbandes der Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen (vbnw), der die "Nacht" organisiert, das Resümee. "Etwas, das bei unseren vielen Kunden so gut ankommt, hat Zukunft: Sicher wird es 2009 wieder eine ,Nacht der Bibliotheken' geben.
Wo gab es was?
In Dortmund beispielsweise wurden gleich vier "Tatorte" in der Bibliothek eingerichtet, in Essen gab es "Leichen, Literatur und Leckereien" zum Krimidinner, in Gelsenkirchen begaben sich "Coole Kids auf heißer Spur" auf eine Krimirallye, in Hagen spielte das Gitarrenduo Zweierlei den "Kriminaltango" und in Recklinghausen erlebte man bei "Mord im Bus: die Litera-Tour mit der Vestischen" eine Busfahrt der etwas anderen Art.
In Oberhausen lasen die Krimi-Autoren Andrea Maria Schenkel ("Tannöd"), Paul Grote ("Bitterer Chianti") und Jörg Juretzka ("Privatdetektiv Kryszinski"). Mit "Fang den Mörder" ließ Georg Uecker (Lindenstraße) in Herten ein spannendes Live-Hörspiel entstehen und das Autoren-Trio Leenders/Bay/Leenders las in Mülheim aus seinen Niederrheinkrimis.
Ziel der Veranstalter vom Verband der Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen (vbnw) war es, das Publikum zu "Serientätern" zu machen, die immer wieder an den Ort des Verbrechens - die Bibliothek - zurückkehren.
Das komplette Veranstaltungsprogramm aller teilnehmenden Bibliotheken: www.nachtderbibliotheken.de.

