LBS-Studie repräsentativ

Die LBS-Studie „Die Generation über 50 – Wohnsituation, Potentiale und Perspektiven“ aus dem Jahr 2006 basiert auf einer repräsentativen Mehrthemenumfrage unter Angehörigen der Gruppe 50plus. Sie wurde von der empirica ag im Auftrag der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen im Deutschen Sparkassen- und Giroverband durchgeführt. Fallstudien und Expertengespräche unterstützen die Interpretation der Befragungsergebnisse und runden die Analyse ab. Die in der Studie angeführten Prognosen wurden mittels Logistischer Regressionen abgesichert.

Demographischer Wandel verleitet zu Fehlschlüssen: 50plus beschert Wohnungsmarkt gute Aussichten

Häufig wird aus dem demographischen Wandel ein einfacher Schluss gezogen: Weniger Menschen bedeuten weniger Haushalte und also einen schrumpfenden Wohnungs- und Immobilienmarkt. Doch diese schlichte Logik greift daneben. Das geht aus einer aktuellen, repräsentativen Studie der LBS – die Bausparkasse der Sparkassen – hervor. Ihr zufolge sorgt vor allem die Generation 50 plus auch in der nächsten Dekade und darüber hinaus für verstärkte Immobiliennachfrage und starke Modernisierungsinvestitionen – trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen. 50plus erweist sich somit für alle am Wohnungsmarkt handelnden Akteure als attraktive Zielgruppe.

 

Die Ergebnisse der LBS-Studie „Die Generation über 50 – Wohnsituation, Potentiale und Perspektiven“ (Kenndaten siehe linke Spalte) fordern zum breiten Umdenken beim Thema „Wohnen im Alter“ auf. Verbandsdirektor Dr. Ludwig Hamm von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen im Vorwort der Studie: „Selbst im Rentenalter entspricht nur der kleinste Teil tatsächlich dem Bild des alten, zu einem erheblichen Teil auf Hilfe angewiesenen Menschen, das in der Vergangenheit Überlegungen für seniorengerechte Wohnangebote geprägt hat.“ So zeigte sich etwa in der Befragung, dass der Wunsch nach gemeinschaftlichem Leben zwar ausgeprägt ist – aber der Erhalt des selbstbestimmten Wohnens im Vordergrund steht. Das eröffnet neue Perspektiven für den Wohnungsmarkt.

Vor allem Bauwirtschaft und Investoren hätten sich laut LBS sich von den Prognosen über sinkende Bevölkerungszahlen irritieren lassen und weniger in den Wohnungsmarkt investiert. Die Studie erbringt dagegen das Ergebnis, dass die Nachfrage nach Wohnungen und Umbaumaßnahmen bis 2020 (im Westen) bzw. 2015 (im Osten) steigt. Die über 50-Jährigen erweisen sich hierbei als aktivste Gruppe auf dem Wohnungsmarkt – und das nicht nur aufgrund des quantitativen Anwachsens der Wohnungsnachfrager in dieser Gruppe. Auch Anspruchsdenken und Wohnwünsche hätten sich gewandelt, worauf die Akteure des Wohnungsmarkts mit neuen Konzeptionen ihrer Wohnangebote reagieren sollten.

Die LBS-Studie zeigt: Hinsichtlich der Wohnsituation ist die Veränderungsbereitschaft bei den über 50-Jährigen und Älteren bereits gegenwärtig sehr hoch. Zwei Drittel der ca. 31 Millionen über 50-Jährigen in Deutschland wollen ihre Wohnsituation verändern: darunter sind 10,6 Millionen Personen, die ihre Wohnung oder ihr Haus durch Umbaumaßnahmen verbessern wollen (sog. „Bestandsoptimierer“), und 9,4 Millionen Umzügler.

Die Wohnabsichten der Generation über 50 haben wenig zu tun mit denen ihrer Vorgängergenerationen und den auf diese zugeschnittenen „seniorengerechten“, auf Hilfe- und Pflegebedürftigkeit abgestellten Angeboten. Vielmehr hat 50plus spezielle Wünsche und Ansprüche – und kann sie sich leisten. Denn die Gruppe 50plus verfügt über ein beträchtliches finanzielles Potential

Angesichts der Bedarfe und Bedürfnisse der Generation 50plus – und ihrer Möglichkeiten – betont Dr. Ludwig Hamm von der LBS, dass es bei den Wohnwünschen älterer Menschen nicht nur um gesellschaftspolitische Herausforderungen, sondern auch um eine Thematik mit erheblicher wirtschaftspolitischer Tragweite geht. Dr. Hamm: „Nach unserer Überzeugung ist es wichtiger denn je, genau auf die verschiedenen Wohnwünsche der Generation über 50 zu hören“.