Wandel der Lebensformen in Deutschland: Workshop in Rostock

Ob „Spätmoderne“ oder „Postmoderne“, ob „Wertewandel“ oder „Risikogesellschaft“ – der Wandel der Gesellschaft wird mit vielen Schlagworten belegt und Konzepten beschrieben. Auch wenn die unterschiedlichen Positionen in der wissenschaftlichen oder öffentlichen Diskussion umkämpft waren und sind: dass sich die westlichen Gesellschaften in einem unfassenden Strukturwandel befinden, ist evident und wird nicht bestritten.

 

Aber wohin tendieren die wichtigsten sozialen Äußerungsformen der Gesellschaft? Alleinleben und nichteheliche Lebensgemeinschaften sind weit verbreitet, Eltern müssen nicht unbedingt verheiratet sein, die Patchworkfamilie erregt schon längst kein öffentliches Ärgernis mehr und Mütter erziehen immer häufiger allein und arbeiten dennoch (wobei nicht immer klar ist, ob aus einem veränderten Selbst- und Rollenverständnis heraus oder aus purer Notwendigkeit). Gleichzeitig entwickeln tradierte Familienleitbilder und Rollenstereotype eine beachtliche – und für viele Wissenschaftler und Politiker überraschende – Beharrungskraft.

 

Viele der genannten Lebensweisen und damit verbundenen Wertehaltungen und Rollenvorstellungen bestehen nebeneinander. Aber ihr Vorkommen unterscheidet sich im europäischen Vergleich und auch zwischen West- und Ostdeutschland stark. Die Frage ist, wie sich Familien- und Lebensformen zu Beginn des 21. Jahrhunderts darstellen. Sie haben sich im Zeitverlauf verändert und sind vielfältiger geworden, soviel ist klar. Aber was genau hat sich verändert? Welche Ursachen gibt es für die Veränderung, und wohin wird sie führen?

 

Diesen Fragen werden sich führende Familienforscher und Bevölkerungswissenschaftler widmen, wenn sie am 22. und 23. März am Max-Planck-Institut für demographische Forschung (MPIDF) in Rostock zusammenkommen. Die Wissenschaftler werden Forschungsergebnisse zum Ausmaß, den Ursachen und Konsequenzen des gesellschaftlichen Wandels austauschen. Der Workshop wird vom MPIDF gemeinsam mit dem Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim veranstaltet. Die diversen Aspekte des Wandels der Lebensformen werden auf dem Workshop in 15 großen Vorträgen beleuchtet.

 

Weitere Informationen:

http://www.demogr.mpg.de/cgi-bin/calendar/workshops.plx - Workshopprogramm

 

Organisatoren:
Dr. Dirk Konietzka (MPIDF)
Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld (MPIDF)
Dr. Heike Wirth (ZUMA)

Tagungsbüro und Anmeldungen:
Christine Röpke (MPIDR)
+49-381-2081-167

Pressekontakt:
Silvia Leek
Max-Planck-Institut für demografische Forschung
Konrad-Zuse-Straße 1
18057 Rostock
presse@demogr.mpg.de