Verbundprojekt "ZudA" geht Probleme alternder Gesellschaften an
(Bochum) Der demographische Wandel kommt als dramatische Krise – wenn ihm nicht mit fundierten und praxis-tauglichen Konzepten begegnet wird. Genau hieran zu arbeiten, hat sich ZudA: „Gesellschaftlicher Wandel und Zukunft des Alterns“, ein Verbundprojekt der Unis Bochum und Dortmund, gebildet. Es betreibt Wissenschaft und Lehre in der Region für die Region, aber nicht nur. Denn das Ruhrgebiet nimmt Entwicklungen vorweg, die in anderen Ballungsregionen Jahre später anlaufen. Insofern ist es als Modellregion anzusehen: Die hier erarbeiteten Konzepte können morgen andernorts den Wandel moderieren helfen. Die Summer School 2007 des Verbundprojekts ist als Maßnahme der Lehre gewissermaßen ein erster "operativer" Schritt. Aber auch erste Veranstaltungen für 2008 stehen jetzt!
Während der Summer School 07 beschäftigten sich 31 fortgeschrittene Studierende und Promovenden aus verschiedenen Universitäten der Region eine Woche lang – zwischen dem 8.10.07 (Mo.) und dem 12.10.07 (Fr.) – im Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) intensiv mit dem demografischen Wandel im Ruhrgebiet. Dabei ging es gezielt darum, praxistaugliche Lösungen für die Probleme zu erarbeiten, die das Altern der Gesellschaft im „Revier“ begleiten und hervorrufen. Drei Themenbereiche standen im Mittelpunkt: Arbeit und Bildung, Wohnen und Stadtentwicklung in alternden Gesellschaften sowie Prävention und Gesundheitsförderung. In Seminaren und Arbeitsgruppen vertieften die Teilnehmer ihr Wissen und entwickelten eigene Projektideen. Sie nahmen außerdem an drei öffentlichen Symposien teil, zu denen Gastreferenten und Fachpublikum eingeladen waren. Eine Exkursion zu altengerechten Wohnprojekten gehörte ebenfalls zum Programm.
Altersbezogenes Kompetenzzentrum für die Region
Die Summer School 2007 ist nur ein Bestandteil des Projekts. „ZudA“ läuft von März 2007 bis Februar 2009 und hat sich hohe Ziele gesteckt: Der Bochum-Dortmunder Wissenschaftsverbund möchte nämlich für die Region „ein demographie- und altersbezogenes Kompetenzzentrum darstellen, das die vorhandenen wissenschaftlichen Potentiale besser ausschöpft und neue Impulse für praxis- und kooperationsbezogene Aktivitäten aussendet“, wie es in einer Informationsschrift heißt. Die Bausteine hierfür sind jährliche Summer Schools; eine Transfer- und Clearingsstelle; ein Weiterbildungsangebot; der Aufbau eines Masterstudiengangs „Alternde Gesellschaften“ sowie die Ruhr-Graduate School on Ageing.
Am Anfang war … eine Radtour
Was sich wie ein hochschulpolitischer Coup im Rahmen der Exzellenz-Bestrebungen der Uni Bochum anhört, ist in Wahrheit ein Produkt der Muße. „Wir haben auf einer Radtour die Idee gehabt, ZudA danach Stück für Stück weitergedacht und schließlich angeschoben“, beschreibt Prof. Dr. Josef Hilbert die wenig akademischen Wurzeln des Projekts. „Wir“ meint die befreundeten Professoren Dr. Hilbert, Dr. Rolf G. Heinze, Dr. Ludger Pientka und Dr. Gerhard Naegele – jeder auf seinem Gebiet eine Koryphäe. Prof. Hilbert: „Wenn wir nicht befreundet wären, hätte es das interdisziplinäre und über die Grenzen der Universitäten hinweg angelegte Projekt wohl kaum gegeben.“ Denn nur zu oft stehen der ungeheuren Vielschichtigkeit eines Problems die kleinteiligen, auf Fachgebiete und Lehrstühle hin orientierten Strukturen der wissenschaftlichen Arbeit gegenüber. ZudA, als Kräfte bündelndes Verbundprojekt, erscheint auch hier – wo es das Ruhrgebiet seit Jahrzehnten nicht schafft, sich zusammenzuraufen – ein durchaus beispielgebendes Projekt.
Weitere Informationen:
Gemeinsame Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Dortmund über ZudA
Summer School 2007: Intention und ProgrammZUDA summer school Bilder
Ansprechpartnerin:
Dr. Anja Hartmann, Lehrstuhl für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie,
Verbundprojekt Gesellschaftlicher Wandel und Zukunft des Alterns,
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum
Fon 0234/32-25421
anja.hartmann(a)rub.de

