Abschied vom Abschied
Was in der spät- und nachberuflichen Lebensphase alles möglich ist
Moderation:
Dr. Doris Kohlmann-Viand, Lebenskunst e.V., Bochum
Referenten:
Wilfried Niggemann / Bernd Wöhrenkämper, IHK-Senior-Expertennetzwerk, Mittleres Ruhrgebiet
Susanne Stegemann, Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH
Beate Tschöke, Koordinierungsstelle „Bürgerschaftliches Engagement“, Stadt Herne
Willi H. Zehrt, Künstler, SenArt, Herne
Noch vor 100 Jahren war der Inhalt des Workshops „Was in der spät- und nachberuflichen Lebensphase alles möglich ist“ kein Thema, so Dr. Doris Kohlmann-Viand zu Beginn des Workshops II. Die Lebenserwartung lag damals unter 50 Jahren. Mit der verbesserten Gesundheitslage ist die Lebenserwartung im 20. Jahrhundert gestiegen – und steigt konstant weiter. 90 Jahre ist kein ungewöhnliches Lebensalter mehr. Die Lebensphase „Alter“ ist heute länger als Kindheit und Jugend zusammen. Dabei gibt es verschiedene Alterszuordnungen und Lebensphasen: „alte Junge“ (55 bis 65 Jahre), „junge Alte“ (65 bis 75 Jahre), „mittelalte Alte“ (75 bis 85 Jahre) und „alte Alte“ (85 Jahre plus).
Lebensphasen im Umbruch
Es erfolgt ein Wandel der Lebensphasen. Im Jahr 1960 sprach man noch von einer dreiphasigen Biografie: Jugend und Ausbildung (bis 20 Jahre), Erwerbs- bzw. Familienleben (bis Mitte 60) und darauf folgte der Ruhestand. Heute spreche man dagegen von einer fünfphasigen Biografie. Die drei Phasen bleiben bestehen, zwei weitere werden dazwischen geschaltet – und zwar die Postadoleszenz (20 bis knapp über 30 Jahre) und der so genannte zweite Aufbruch (50 bis Mitte 60). Im zweiten Aufbruch seien die Menschen offen für Neues und würden sich die Frage stellen: Was will ich noch aus meinem Leben machen?
Gibt es ein Leben nach dem Beruf?
Die Babyboomer, die Jahrgänge 1950 bis 1965, erreichen nun das Rentenalter. Diese Generation ist anders aufgewachsen, hat anders gelernt und gelebt: das Miterleben der 68er-Veränderungen, neue Arten des Zusammenlebens, individuelle Biografien und neue Erfahrungen. „Diese Generation will auch anders alt werden“, so Dr. Kohlmann-Viand. Die heute 50- bis 65-Jährigen fühlten sich jünger als deren Eltern. Es gebe vier Arten, sich nach dem Berufsleben zu betätigen:
1. Weitermachen wie bisher – entweder weil derjenige dies möchte oder weil er es finanziell muss
2. Ehrenamtliches Engagement
3. Nachholbedarf ausleben (z.B. Reisen, Familie)
4. Befreiung von Pflichten genießen (z.B. neue Hobbys)
Dabei sind verschiedene, individuelle Mischungen dieser vier Idealtypen möglich. So kann der Ruhe- zum Unruhestand werden. Voraussetzung für all diese Vorhaben ist die Gesundheit.
Teil II: Beate Tschöke, koordiniert Ehrenämter
Teil III: Wilfried Niggemann und Bernd Wöhrenkämper, IHK-Seniorexperten
Teil IV: Susanne Stegemann, Expertin beim Startercenter
Teil V: Willi H. Zehrt, Gründungsmitglied von SEN-ART
