
Was man genießt, macht nicht dick
Spitzenkoch Daniel Birkner begeistert beim ersten ID55-Kochkurs
Er gilt als der Gottschalk der Kochseminare: Daniel Birkner (30), Patron des Restaurants in der Gesellschaft Harmonie Bochum, überzog den allerersten ID55-Kochkurs am Montag, 31. Mai, so charmant und selbstverständlich wie der blonde ZDF-Veteran, doch das tat dem Spaß, der erst um 23 Uhr endete, keinen Abbruch. Unter dem Titel "Jugend auf Rezept?!" zog der aufsteigende Stern am Kochhimmel des Reviers, der seine allerersten Küchenkünste im Herner Parkrestaurant erlernte, alle Register seines Könnens.
16 Gäste hatten es durch frühzeitige Anmeldung geschafft, einen Platz in der Lehrküche der VHS am Willi-Pohlmann-Platz zu ergattern. Und sie erlebten eine denkwürdige Premiere mit kulinarischen Genüssen bester Qualität. Anti-Aging-Lebensmittel und die Lebensgeister anregende Genüsse wie Jakobsmuscheln, Sellerie, Lamm, Walnüsse, Aprikosen, Erdbeeren, Rhabarber, Wildkräuter, allerfeinste Schokolade und sensationelles Olivenöl ("Ein Importeur aus Herne!") wurden nicht in ihre trockenen Wissensbestandteile zerrieben, sondern gemeinsam mit Meister B. zu einem hinreißenden und obendrein einfach nachzukochenden Vier-Gänge-Menü verschmolzen. Dass sich die knackfrischen Zutaten auf jedem guten Wochenmarkt finden lassen und zudem Rücksicht auf die Saison nahmen, versteht sich fast von selbst.
Nicht ohne meine ButterBei leckerem Weiß- und Rotwein kam schnell Stimmung auf, die Birkner mit launigen Sprüchen auf Temperatur hielt. "Was man genießt, das macht nicht dick!" dürfte eine dieser Wahrheiten sein, die die ID55-Gäste demnächst genussvoll verbreiten werden. Auch der Satz "Nicht ohne meine Butter" bekam in Verbindung mit Birkners Kochkünsten eine tiefere Bedeutung. Der Salat wird mit den Händen gemischt, gewürzt Chuzpe und Augenmaß. Wie lange muss der Sellerie kochen? Bis er weich ist. Wer mit Daniel Birkner kocht, schöpft Selbstvertrauen, lernt wieder, auf das eigene Fingerspitzengefühl, die eigenen Fertigkeiten und Geschmacksknospen zu vertrauen. "Ego-Küche" nennt der Bochumer Küchenchef sein Genuss-Konzept. Ausgedruckte Rezepte gibt's immer erst hinterher.
Wiederholung garantiert
Wäre das unter der Vanille-Sahne dahinschmelzende Schoko-Dessert daheim im Esszimmer serviert worden, die gut gesättigte Runde hätte vermutlich noch stundenlang im kultigen 70er-Jahre-Ambiente der Herner VHS mit dem jungen Bochumer Gastronomen über Michelin-Sterne und die Definition von einem "Stich Butter" philosophiert. Mit dem Schlachtruf "Viele Hände - schnelles Ende" wurde die Tafel aufgehoben und die Lehrküche nach Heinzelmännchen-Art blitzblank geputzt. Die köstlichen Düfte, die die VHS-Flure auf der ersten Etage durchzogen, werden noch lange an den Genießer-Abend erinnern. "Das müssen wir unbedingt wiederholen", wünschten sich die Gäste vor dem Nachhausegehen. ID55 sagt: Ganz bestimmt!


